„Quasikaplan ohne liturgische Funktion“ – Herr Sylvester Schaller als zweiter Pastoralassistent der Diözese Graz-Seckau im Interview
Sylvester Schaller geboren am 30.01.1947 in Lannach/Weststeiermark, Student an der Katholisch-Theologischen Fakultät der Universität Graz von 1966 bis 1973, einer der ersten Pastoralassistenten der Diözese Graz-Seckau im Interview mit Thomas Roth.
Herr Schaller, Sie haben erzählt, sie haben mit dem Ziel Lehrer zu werden das Theologiestudium an der Universität Graz begonnen, war das Ihre eigentliche Motivation für Ihr Studium?
Ja, zum damaligen Zeitpunkt war das Lehramt für Laientheologen eigentlich die einzige Option, die es 1966 gegeben hat. Nachdem ich zwei Jahre als Laientheologe studiert habe, bin ich 1968 dann ins Priesterseminar eingetreten, habe mich dann doch anders entschlossen und bin 1970 wieder ausgetreten.
Wie verlief Ihr Studium, nachdem Sie das Priesterseminar verlassen hatten?
Als ich weiterstudierte, hat es dann schon die Vorstellung von Laien in der Seelsorge gegeben und der Begriff „Pastoralassistent“ ist in dieser Zeit erstmals aufgetaucht. Ein Kollege hat mich auf diese Neue Möglichkeit aufmerksam gemacht, bis dahin waren die einzigen Laien im Kirchlichen Dienst ja die sogenannten Seelsorgehelferinnen oder Pfarrschwestern. Man stellte sich den Pastoralassistenten als „Quasikaplan ohne liturgische Funktion“ vor.
Können Sie sich an Studienschwerpunkte erinnern, die man zu dieser Zeit an der Theologischen Fakultät hatte?
Ja, damals kamen die Dokumente des Zweiten Vatikanischen Konzils heraus, die viel besprochen und auch in den Vorlesungen verwendet worden sind. Auch der Professor für Altes Testament hat viel davon gesprochen, ebenso haben die Dokumente in Dogmatik eine große Rolle gespielt und waren sehr präsent.
Können Sie sagen, wie die Vorlesungen gestaltet waren?
Das waren eher frontal gestaltete Vorträge. Es hat manchmal schon die Möglichkeit gegeben, dass man am Ende Fragen stellen konnte. Der Besuch war dabei nicht gerade überwältigend. Diskussionen gab es nicht besonders viele, die fanden dann eher in den Seminaren statt.