Die nationalsozialistische Diktatur in Österreich stellte für die Orden und Klöster eine enorme existenzielle Bedrohung dar. Es kam zu Beschlagnahmen des Stiftsbesitzes, zu Vermögensentzug, Schließung sämtlicher Bildungs- und Erziehungseinrichtungen, Unterdrückung, Vertreibung und Verfolgung von Konventsmitgliedern sowie menschenverachtenden Repressalien.
Im aktuellen Band der „Studien und Mitteilungen zur Geschichte des Benediktinerordens und seiner Zweige“, Bd. 137 (2026), untersucht Michaela Sohn-Kronthaler in ihrem Beitrag „‚Wir sind derzeit in alle Winde zerstreut‘. Österreichs benediktinische Stifte im Geflecht von Kirche und Staat (1938–1945)“ unter Berücksichtigung neuer Quellen das Schicksal der benediktinischen Männerstifte in Österreich. Michaela Sohn-Kronthaler wurde 2025 als Mitglied in die Historische Sektion der Benediktinischen Akademie Salzburg (ehemals Bayerische Benediktinerakademie) aufgenommen.
Thomas Roth, Doktorand und Projektmitarbeiter am Institut für Kirchengeschichte und Kirchliche Zeitgeschichte, präsentiert in seinem Beitrag „Das Benediktinerstift Admont von 1938 bis 1945. Ein Überblick über Verlauf und Zweck der Beschlagnahme und Enteignung“ neue Forschungsergebnisse zum obersteirischen Kloster.
Der Band enthält auch ein Lebensbild des im Jänner 2026 verstorbenen Benediktiners Maximilian Aichern, welches der Historiker Andreas Sohn, Mitglied des Päpstlichen Komitees für Geschichtswissenschaften, zeichnet. Aichern, der kirchengeschichtlichen Forschung sehr verbunden, war Abt des steirischen Klosters St. Lambrecht und Diözesanbischof von Linz gewesen. Der Beitrag trägt den Titel: „In memoriam Maximilian Aichern OSB (1932-2026). Abt em. von Sankt Lambrecht und Bischof em. von Linz, ein Hirte in Österreich und Europa, ein Freund der Wissenschaft und Kultur“.