Genderrelevante Fragestellungen in theologischen und religionswissenschaftlichen Qualifikationsarbeiten und -projekten standen im Zentrum des unlängst abgehaltenen „Internationalen Doktorats- und Habilitationsforums für Theologische und Religionswissenschaftliche Frauen- und Genderforschung“ an der Grazer Katholisch-Theologischen Fakultät. Fünf Teilnehmerinnen aus Deutschland, Portugal, Österreich und der Schweiz erhielten dafür ein Reise- und Aufenthaltsstipendium.
Zwei Dissertationsprojekte wurden aus dem Fach Alttestamentliche Bibelwissenschaft präsentiert: Nathalie Rull (Kassel) sprach über ihr Forschungsthema „Der Erzählzusammenhang 2 Sam 11–13 in der Rezeption neuerer deutschsprachiger Literatur“, Mag.a Verena Bartels (Wien) über „Der Körper Jeremias. Exegetisch-Anthropologische Betrachtungen aus der Perspektive der Masculinity Studies“.
Mag.a Laura Schlösser, wissenschaftliche Mitarbeiterin der DFG-Forschungsgruppe „Macht und Missbrauch in der römisch-katholischen Kirche (MuM)“ an der Goethe-Universität Frankfurt am Main, setzt sich in ihrem Promotionsprojekt mit der feministischen Kritik an römisch-katholischen theologischen Reformen seit dem Jahr 2010 auseinander, Laura Wagermaier BA MA (Graz) forscht am Grazer Institut für Moraltheologie zu „Leid als Indikation? Normative Grundlagen und medizinisch-therapeutische Entscheidungsfindung bei Geschlechtsdysphorie“.
Dr.in Joana Serrado BA MA, wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Professur Kultureller und Sozialer Wandel (Universität Chemnitz), präsentierte Forschungsfragen zu ihrem Projekt „Weltumsegelung der Sorge: Waren barocke portugiesische Mystikerinnen Teil einer Fürsorgeethik“.
Im Fokus der Studien von Dipl.-Theol.in Sr. M. Veronika Kucharova MA aus Wolfertswil in der Schweiz steht die mährische Zisterzienserinnenabtei Porta Coeli in Zeiten politischer Umbrüche. Sie stellte ihre Beobachtungen zu weiblichen Handlungsspielräumen des Konvents vor.
Das „Internationale Doktorats- und Habilitationsforum für Theologische und Religionswissenschaftliche Frauen- und Genderforschung“ wurde im Sommersemester 2010 von Prof.in i. R. Dr.in Dr.in h. c. Irmtraud Fischer ins Leben gerufen, Prof.in Dr. Michaela Sohn-Kronthaler ist seit 2023 dessen Sprecherin. Das diesjährige Forum vom 19. bis 21. April 2026 wurde von Prof.in Dr.in Michaela Sohn-Kronthaler und Dr.in Antonina Wozna Urbanczak geleitet.